
Unsere Augen können rund eine Million verschiedene Farbtöne wahrnehmen. Je nach Helligkeit und Sättigung entstehen unzählige Nuancen, die sich oft nur minimal voneinander unterscheiden. Genau das macht die Farbauswahl für Logos, Markenauftritte und den Druck von Werbegeschenken so anspruchsvoll.
Ein bekanntes Beispiel: Das Rot von Ferrari ist nicht dasselbe Rot wie das von Coca-Cola. Beide Farben wirken auf den ersten Blick ähnlich, sind aber klar voneinander abgegrenzt. Um solche Unterschiede eindeutig festzulegen und Missverständnisse zu vermeiden, entwickelte man das Pantone-Farbsystem.
Pantone ist eine universelle Farbsprache, mit der sich Farben eindeutig identifizieren lassen. Jeder Farbton ist einer festen Nummer zugeordnet. So sorgt das System dafür, dass eine Farbe stets gleich interpretiert und reproduziert wird – unabhängig davon, wer sie auswählt oder wo sie gedruckt wird.
· Wie funktioniert das Pantone-Farbsystem?
Pantone wurde Anfang der 1960er-Jahre in New Jersey gegründet. Lawrence Herbert, ein Chemiker des Unternehmens, erkannte ein grundlegendes Problem: Designer, Agenturen und Druckereien hatten große Schwierigkeiten, Farben eindeutig miteinander abzustimmen.
Um dieses Problem zu lösen, entwickelte er einen Farbfächer, der es ermöglichte, jeden Farbton eindeutig zu bestimmen. Die erste Pantone-Farbpalette bestand aus nur zehn Farben, enthielt aber bereits die exakten Mischformeln der jeweiligen Druckfarben. So konnten Farbabweichungen vermieden werden.
Im Laufe der Jahre hat sich das Pantone-Farbsystem zu einem weltweiten Standard in der Druckindustrie entwickelt. Es basiert heute auf 18 Grundfarben, die miteinander kombiniert werden können. Aktuell umfasst das System über 2.100 Standardfarben für den Grafikdruck sowie mehr als 2.300 Farben für Mode und Interior Design.

Das Pantone®-Farbsystem ist nicht die einzige Farbsprache, aber die bekannteste. Weitere verbreitete Systeme sind das Munsell-System, das vom Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten übernommen wurde, sowie das RAL-Farbsystem und HKS (Hostmann Steinberg Druckfarben).
· Aufbau der Pantone-Farbcodes
Pantone-Farben werden über Zahlen- und Buchstabenkombinationen definiert, zum Beispiel „105-5-3 C“.
- Die erste Zahl steht für die Farbfamilie und beschreibt den Grundfarbton
- Die zweite Zahl gibt die Sättigung an
- Die dritte Zahl beschreibt die Helligkeit
- Der Zusatz „C“ steht für gestrichenes Papier, „U“ für ungestrichenes Papier
Gestrichenes Papier hat eine glatte, leicht glänzende Oberfläche und eignet sich besonders gut für hochwertige Bilddrucke. Ungestrichenes Papier wirkt matter, lässt sich gut beschreiben und liest sich angenehm, weshalb man es bevorzugt für Texte einsetzt.
· Die Bedeutung von Farben im Marketing
Farben sind ein zentrales Element jeder Marke. Sie transportieren Emotionen, Werte und Botschaften und prägen den ersten Eindruck nachhaltig. Oft ist die Farbe eines Logos das Erste, was wahrgenommen wird.
Farben beeinflussen das Verhalten von Menschen messbar. Sie wecken Aufmerksamkeit, lösen Emotionen aus und können Kaufentscheidungen positiv oder negativ beeinflussen. Richtig eingesetzt stärken sie die Markenidentität und sorgen für Wiedererkennung.
In einem früheren Blogartikel wurde bereits ausführlich auf die Psychologie der Farben eingegangen und erklärt, wie Farben wirken und wofür sie stehen.
· Das Pantone Color Institute und die Farbe des Jahres
Um den bewussten Einsatz von Farben weiter zu fördern, wurde 1986 das Pantone Color Institute gegründet. Es analysiert Farbtrends in Kunst, Design, Mode und Kultur und berät Unternehmen bei der Entwicklung passender Farbkonzepte.
Besonders bekannt ist die jährliche Wahl der „Color of the year (Farbe des Jahres)“. Seit dem Jahr 2000 bestimmt ein internationales Expertenteam einen Farbton, der globale Trends widerspiegeln soll. Diese Bekanntgabe hat sich zu einem festen Ereignis entwickelt und beeinflusst Designer, Marken und Marketingkampagnen weltweit.

Ein Beispiel ist die Pantone Farbe des Jahres 2026, PANTONE 11-4201 Cloud Dancer, „ein edles Weiß, das als Symbol für beruhigende Einflüsse in einer Gesellschaft dient, die den Wert der stillen Reflexion wiederentdeckt.“
· Pantone-Farben bei Werbegeschenken
Im Werbemittelbereich spielen Pantone-Farben eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen es, Logos und Markenelemente farblich exakt auf Werbegeschenke zu übertragen. So bleibt das Corporate Design konsistent und wiedererkennbar.
Pantone-Farben werden häufig beim Siebdruck und bei anderen klassischen Druckverfahren eingesetzt. Diese Techniken sind besonders verbreitet und kosteneffizient. Beim Digitaldruck hingegen kommt meist das CMYK-Farbsystem zum Einsatz, bei dem Farben aus Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz zusammengesetzt werden. Dieses Verfahren ist weniger präzise als Pantone.
Wichtig ist außerdem, dass Farben je nach Material unterschiedlich wirken können. Ein Pantone-Farbton sieht auf Papier anders aus als auf Textilien, Keramik oder Kunststoff. Auch die Grundfarbe des Produkts beeinflusst das Ergebnis. Ein Logo auf weißem Untergrund wirkt anders als auf farbigen Materialien.
Um diese Unterschiede auszugleichen, unterscheidet Pantone zwischen „coated“ und „uncoated“ Farben. Dennoch lässt sich ein Farbton nur auf einer weißen Basis zu hundert Prozent originalgetreu darstellen.

· Fazit
Das Pantone-Farbsystem sorgt für Klarheit, Konsistenz und Sicherheit bei der Farbauswahl. Gerade bei Werbegeschenken ist es ein entscheidender Faktor, um Logos und Markenfarben exakt und professionell umzusetzen.
Wer sich für individuell bedruckte Werbeartikel wie Taschen, Tassen, Textilien oder USB-Sticks entscheidet, profitiert von einer sauberen Farbabstimmung. So bleibt die Marke im Alltag präsent und wird langfristig wiedererkannt.
Fragen rund um Pantone-Farben, Druckverfahren oder passende Werbegeschenke lassen sich am besten mit einer persönlichen Beratung klären. Ein durchdachtes Farbkonzept zahlt sich immer aus.