
Wer Werbeartikel mit Logo bedrucken lässt, steht vor einer wichtigen Entscheidung: der Wahl der richtigen Drucktechnik. Klassische Verfahren wie Siebdruck oder Tampondruck arbeiten mit Pantone-Farben und stoßen bei komplexen Motiven schnell an ihre Grenzen. Wer ein mehrfarbiges Logo, hochauflösende Fotos oder feine Verläufe drucken möchte, kommt am Digitaldruck kaum vorbei.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie der Digitaldruck funktioniert, welche Vor- und Nachteile er mit sich bringt, für welche Werbeartikel er sich eignet und wann ein klassisches Verfahren die bessere Wahl ist.
Was ist Digitaldruck?
Beim Digitaldruck wird das Design elektronisch verarbeitet und direkt mit einem Digitaldrucker (Plotter) auf den Werbeartikel aufgebracht. Anders als bei analogen Verfahren entfällt die aufwendige Erstellung von Druckformen oder Sieben – das Motiv geht ohne Zwischenschritt vom Bildschirm auf das Produkt. Unter dem Begriff Digitaldruck fassen wir drei Verfahren zusammen:
- Sublimationsdruck
- Digitaler Transferdruck
- Digitaler Direktdruck
In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf den digitalen Direktdruck – das Verfahren, das sich besonders für hochauflösende Motive und komplexe Logos eignet.
Wie funktioniert der digitale Direktdruck?

Der digitale Direktdruck arbeitet nach dem CMYK-Verfahren (Cyan, Magenta, Yellow, Key Black) und wird daher auch als Vollfarbdruck bezeichnet. Dadurch lassen sich Bilder ohne Farbeinschränkungen – einschließlich Verläufen, Schattierungen und Fotos – in hoher Qualität reproduzieren.
Ein weiterer Vorteil: Das Motiv muss nicht zwingend als Vektorgrafik vorliegen. Wichtig ist lediglich, dass das Bild mindestens 300 DPI Auflösung aufweist. Außerdem ermöglicht das Verfahren eine individuelle Personalisierung – zum Beispiel mit Mitarbeiternamen oder variierenden Designelementen pro Artikel.
Digitaldruck oder klassisches Verfahren – was passt wann?
Nicht jedes Motiv verlangt nach Digitaldruck. Ob sich das Verfahren lohnt, hängt vor allem von der Komplexität des Designs, der gewünschten Farbtreue und der Auflagenhöhe ab. Die folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung:
| Kriterium | Digitaldruck | Sieb- / Tampondruck |
|---|---|---|
| Farbanzahl | Unbegrenzt (CMYK) | Begrenzt, pro Farbe eine Druckform |
| Verläufe & Fotos | Ja | Nein |
| Farbtreue nach Pantone | Eingeschränkt | Sehr präzise |
| Vorlage | Hochauflösendes Bild (ab 300 DPI) | Vektorgrafik erforderlich |
| Personalisierung pro Stück | Möglich | Nicht möglich |
| Ideal bei | Komplexen, mehrfarbigen Motiven | Ein- bis zweifarbigen Logos in hoher Auflage |
Kurz gesagt: Für ein schlichtes, ein- oder zweifarbiges Logo bleiben Sieb- und Tampondruck oft die wirtschaftlichere Wahl. Sobald jedoch Fotos, Farbverläufe oder viele Farben ins Spiel kommen, spielt der Digitaldruck seine Stärken aus.
Vor- und Nachteile des Digitaldrucks

Vorteile
- Keine Farbbeschränkungen – auch Verläufe, Schattierungen und Fotos möglich
- Fluoreszierende und metallische Farbtöne reproduzierbar
- Kein Vektorformat erforderlich
- Sehr feine Details werden präzise wiedergegeben
- Großer Druckbereich im Verhältnis zur Artikelgröße
- Widerstandsfähiges und langlebiges Druckergebnis
- Individuelle Personalisierung pro Exemplar möglich
Nachteile
- Längere Produktionszeiten als bei einfacheren Druckverfahren
- Keine Pantone-Codes – die Farben müssen im Motiv bereits korrekt angelegt sein
- Bei sehr großen Auflagen einfarbiger Logos oft weniger wirtschaftlich als Siebdruck
Für welche Werbeartikel eignet sich Digitaldruck?

Der digitale Direktdruck eignet sich besonders gut für Werbeartikel mit einer glatten, gut bedruckbaren Oberfläche. Dazu zählen unter anderem:
- USB-Sticks im Kartenformat, bei denen die gesamte Oberfläche bedruckt werden kann
- Notizbücher mit vollflächig gestaltetem Cover
- Taschenspiegel – individuell auf Vorder- und Rückseite
- Trinkflaschen – bestimmte Modelle erlauben einen umlaufenden Rundumdruck
- Kugelschreiber – je nach Modell auf Kappe oder Schaft
Für Textilien wie T-Shirts oder Sweatshirts kommt stattdessen der digitale Textildruck zum Einsatz, der speziell auf Stoffe abgestimmt ist.
Häufige Fragen zum Digitaldruck
Welche Auflösung sollte meine Druckvorlage haben?
Für ein sauberes Ergebnis sollte das Motiv mit mindestens 300 DPI vorliegen und idealerweise im CMYK-Farbraum angelegt sein. Eine Vektorgrafik ist nicht zwingend erforderlich, hochauflösende Bilddateien reichen aus.
Ist Digitaldruck wasser- und kratzfest?
Das Ergebnis ist widerstandsfähig und langlebig. Wie beständig der Druck genau ist, hängt vom Material des Artikels und der Beanspruchung im Alltag ab – bei Trinkflaschen empfehlen wir zum Beispiel eine schonende Handreinigung.
Kann ich jedes Exemplar unterschiedlich bedrucken?
Ja. Da beim Digitaldruck keine feste Druckform nötig ist, lassen sich einzelne Artikel individuell gestalten – etwa mit unterschiedlichen Namen oder wechselnden Designelementen.
Digitaldruck oder Siebdruck – was ist besser?
Das hängt vom Motiv ab. Für mehrfarbige Logos, Fotos und Verläufe ist der Digitaldruck die bessere Wahl. Für einfarbige Logos in hoher Auflage kann der Siebdruck wirtschaftlicher und in der Pantone-Farbtreue präziser sein.
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Oriol Badia ist Mitgründer von Gift Campaign und für das gesamte Online-Marketing des Unternehmens verantwortlich. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Diederik hat er Gift Campaign von Spanien aus zu einem der führenden Anbieter von Werbeartikeln in Europa aufgebaut.
